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Arbeitskurs im Wintersemester 2026/27

Die alte Universität neu erfinden? Kölner Bildungsansätze in Quellen des späten 18. Jahrhunderts

Das späte 18. Jahrhundert war in Köln eine Phase tiefgreifender politischer, sozialer und wissensgeschichtlicher Umbrüche – auch für die seit 1388 bestehende altehrwürdige Universität. Während "vor der Haustür" in Bonn eine konkurrierende Universitätsgründung drohte (die 1786 unterstützt durch den Kurfürsten tatsächlich erfolgte), zerbrachen sich Gelehrte wie Johann Georg Menn, der "Baron" von Hüpsch und Ferdinand Franz Wallraf in Köln den Kopf darüber, wie man die traditionsreiche Universität reformieren könnte, um den Anschluss gegenüber aufklärerischen Ideen und innovativen wissenschaftlichen Diskursen nicht zu verlieren. Wir beschäftigen uns mit ihren Reformideen, aus denen Selbstverständnis, Bildungsvorstellungen und hochschulpolitische Ziele deutlich werden. Auch wenn die Bemühungen letzlich vergebens waren, weil die Kölner Universität im Zuge der französischen Herrschaft links des Rheins 1798 ohnehin geschlossen wurde, lohnt es sich, die Reformideen der Universität zu beleuchten, um Einblicke in die Perspektiven der Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte der ausgehenden Frühen Neuzeit zu gewinnen. 

Der Kurs von Dr. Sebastian Schlinkheider richtet sich an Studierende mit Interesse an der Geschichte ihrer eigenen Universität, an der Stadt-, Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte sowie an forschungsnaher, quellengestützter historischer Arbeit. Eine Besonderheit des Seminars: Die Citizen-Science-Gruppe KölnErforschen – Gasthörer*innen, die sich bereits mit universitäts- und stadtgeschichtlichen Quellen befasst haben – wird ebenfalls am Seminar teilnehmen und gemeinsam mit den Studierenden an neuen Quellen und bisher fokussierten Themen arbeiten – ein "mixed-generations-Ansatz", der die Erkenntnisse wesentlich bereichern wird!

Kontakt: sebastian.schlinkheider(at)uni-koeln(dot)de

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