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Digitalität in der Geschichtswissenschaft

Das Historische Institut hat in den vergangenen Jahren konsequent einen epochenübergreifenden Schwerpunkt im Bereich der digitalen Geschichtswissenschaft entwickelt und verankert, der Forschung und Lehre sowie Nachwuchsausbildung und Transfer eng miteinander verzahnt. Digitale Werkzeuge, Methoden und Publikationskonzepte sind fester Bestandteil in Lehre und Forschung. Entsprechend der rasanten Entwicklung neuer technischer Möglichkeiten wird dabei die forschungsorientierte Reflexion über neue digitale Arbeitsmöglichkeiten eng mit der systematischen Entwicklung digitaler Kompetenzen im Rahmen von Studium und Lehre verbunden. So war das Historische Institut federführend bei der fakultätsinternen Gewinnung der W2-Professur Digitale Praktiken in den Kultur- und Geisteswissenschaften, die eine Schnittstellenprofessur zwischen dem Institut für Digital Humanities und den digitalen Forschungsbereichen in der Fakultät bilden soll. 

Die Geschichte der Digitalisierung in Gesellschaft und Geschichtskultur wird im Rahmen von Forschungsschwerpunkten insbesondere in der Lateinamerikanischen Geschichte (u.a. zur Computerisierung staatlicher und gesellschaftlicher Strukturen in Brasilien) und in der Neueren und Neuesten Geschichte sowie der Public History untersucht (u.a. Digital Memory und 3D-Visualisierungen historischer Orte, Digital Public History, Einsatz von KI im schulischen Lernen). Im Rahmen größerer Drittmittelprojekte (u.a. DFG, LVR, Akademienprogramm) werden am Historischen Institut in Kooperation mit internen wie externen Partnern aus Universitäten, Forschungsinstituten und großen „Gedächtnis­institutionen“ (Bibliotheken, Museen und Archiven) digitale Editionen und Datenbanken erarbeitet (u.a. Erfassung quantifizierbarer Daten zur römischen Agrar- und Handwerksproduktion, Edition fränkischer Herrschererlasse, prosopographische Datenbanken zu Straßburg und den Kölner Beginen, Gentz-Briefe, Nachlass Baron von Hüpsch, Nachlass Alfred Haehner). Schnittstellen zur Digital History bestehen zwischen Forschungsschwerpunkten zur transepochalen Beschäftigung mit materieller Kultur, zu universitären und musealen Sammlungen sowie im Bereich der Mediengeschichte (u.a. Fotografie, Postkarten).

Die transferorientierte Projektfamilie Modern Academic Publishing (MAP) mit diversen Modulen (Dissertationen, Lab, History, Focus, Data) ist Teil einer digitalen Publikationsinfrastruktur, über die Forschungsergebnisse sowohl in eine international ausgerichtete Fachcommunity als auch an ein breiteres Publikum von Geschichtsinteressierten vermittelt werden können. Die forschungsorientierte Reflexion über Effekte digitaler Technologien auf Bildungsprozesse (u.a. digitale Quellenkritik) gehört zu den Kernaufgaben der forschungsorientierten Geschichtsdidaktik. Die enge Verzahnung von Forschung, Lehre und Reflexion äußert sich u.a. in diversen digitalen Transferprojekten wie Apps (HisToGo, 100 Jahre Uni Köln, MAP History, Orte der Demokratie) oder Blogs (u.a. DigiTRip, zeitenblicke, Moral Iconographies).

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